Burnea: Zweifelhafter Test enthält gefälschte Erfahrungen

Bis zu zwanzig Kilogramm Gewichtsverlust in wenigen Wochen stellt ein Test zur Diätpille Burnea in Aussicht. Schlagzeilen eines Magazins, die nicht das erste Mal im Zusammenhang mit Nahrungsergänzungen zu lesen sind. Eine genaue Begutachtung der vorliegenden Erfahrungen ergab Anfang März 2015 jedoch ein warnendes Urteil.

Burnea Test nur unseriöses Marketing

Im Auftrag der Zeitschrift „Women’s Best“ untersuchte Autorin Claudia Mayer in einem Selbstversuch die Wirksamkeit von Burnea. Ihrer Aussage nach schwanden durch die tägliche Einnahme der Diätpille in Kombination mit bewusster Ernährung und Bewegung insgesamt 11 Kilogramm Gewicht. Ein tolles Ergebnis mit einem ganz großen Haken, denn die Reporterin existiert gar nicht.

Bewusste Verbrauchertäuschung in der Werbung

Bereits eine kurze Recherche entblößt die Dame als fesches Model, dessen Foto aus einer kostenpflichtigen Bilddatenbank entnommen wurde. Wie ist so ein Vorgehen mit seriöser Berichterstattung vereinbar? Gar nicht, denn es handelt sich bei dem gesamten Frauenportal selbst nur um eine einzige Werbeseite ohne echte Inhalte.

Reporterin im Burnea Test nur Werbemodell

Einige alarmierende Warnsignale aus dem Burnea Test:

Wer bei den Kommentaren unter dem Test auf neutralere Meinungen hofft, dürfte ebenfalls enttäuscht werden. Die ausschließlich positiven Rückmeldungen loben die Diätpille in den höchsten Tönen. Im Hinblick auf die fehlende Möglichkeit zur Einsendung eigener Beiträge erscheinen die Stimmen jedoch wenig glaubhaft.

Burnea Erfahrungen angeblicher Kunden nur inszeniert

Burnea Erfahrungen sind gekaufte Katalogbilder

Im Mittelteil des Artikels sticht Sonja aus Hannover durch ihre beeindruckenden Vorher-Nachher-Fotos ins Auge. Als Kundin erzählt sie begeistert von ihren Burnea Erfahrungen und wie sie relativ problemlos 20 Kilogramm in kurzer Zeit abnehmen konnte:

Ich liebe dieses Zeug! Endlich ein Diätprodukt, das einfach ist und funktioniert.

Wieder eine Werbelüge, denn Sonjas Aufnahmen stammen ebenfalls aus einem Fotokatalog. Sie befindet sich allerdings in guter Gesellschaft, denn die Erfahrungsberichte anderer Anwender auf der im Test überall verlinkten Folgeseite zeigen auch nur gekaufte Bilder. Mit großen Zweifeln lesen wir also Tamaras Erfolgsgeschichte rund um den schönsten Tag ihres Lebens:

Meine Hochzeit war ein einmaliges Erlebnis und dank BURNEA sehe ich auf jedem Bild so aus, wie ich es mir vorgestellt habe.

Dass Diätpillen und andere Produkte in der Werbung nicht selten mit manipulierten Materialien beworben werden, überrascht versierte Nutzer wohl kaum noch. Es ist jedoch schon ein hohes Maß an Dreistigkeit notwendig, um Lesern mit den Worten „Original Fotos“ lediglich kopierte Aufnahmen als echte Ergebnisse mit eigenen Bewertungen zu verkaufen.

Zitierte Studien als Nachweise fragwürdig

Tamaras Vorher-Nachher-Bild ist nicht echt

Burnea beinhaltet bekannte Inhaltsstoffe, die seit Jahren auch in anderen Produkten zur Nahrungsergänzung eingesetzt werden. Die zweite Werbeseite listet unterschiedliche Studien mit positiven Resultaten als Wirksamkeitsreferenzen. Nach Sichtung dieser Abhandlungen fällt auf, dass die Konzentrationen in der Diätpille deutlich geringer ausfallen.

  1. Galactomannane: Studienteilnehmer verloren 2,75kg Gewicht in zwei Monaten durch die tägliche Einnahme von 3 Gramm. Eine Tagesration Burnea beinhaltet mit 230mg nicht einmal 8 Prozent dieses Werts.
  2. Grüntee-Extrakt: Die zitierte Forschungsarbeit beurteilt die Einnahme von 583mg Catechinen pro Tag, bei der die Probanden 1,7kg Gewicht abnahmen. Die Verwendung von nur 96mg (Burnea beinhaltet 80mg) über drei Monate ermöglichte hingegen nur einen Abbau von 500g Fett und insgesamt keinen nennenswerten Gewichtsverlust.
  3. Guarana: Die dritte wissenschaftliche Publikation untersuchte den Einfluss von Yerbe Maté, Damiana und Guarana auf den menschlichen Körper. Allein Letzteres ist in der Diätpille vorhanden, mengentechnisch jedoch nur knapp 36 Prozent im Vergleich zur Studie.

Eine simple Übertragung dieser Studienergebnisse, die übrigens nie auch nur ansatzweise zweistellige Gewichtsverluste in einem Monat aufzeigen konnten, ist unserer Meinung nach nicht haltbar.

Mögliche Kritik richtet sich an unbekannte Adressaten

Werbung und Shop besitzen die gleiche Google Analytics ID

In Anbetracht der doch sehr schwerwiegenden Vorwürfe suchen wir den Kontakt zum Herausgeber „Vital Publications“. Ein Impressum, obwohl gesetzlich vorgeschrieben, ist auf den Seiten nicht zu finden. Die Überprüfung der Domainregistrierungen bringt mit Angaben eines Anonymisierungsdienstes und einer Adresse im mittelamerikanischen Panama auch keinen Aufschluss.

Die Verantwortlichen sorgen sich offensichtlich sehr um ihre Privatsphäre. Im Quelltext der Webseiten ist jedoch ein merkwürdiger Zusammenhang zu beobachten: die Nummer des Google Analytics Kontos (ein Dienst zur Analyse der Besucherzahlen) entspricht auf beiden Werbeseiten genau der Nummer, die der offizielle Vertrieb von Burnea in seinem Shop nutzt.

Fazit zur Testbericht-Werbung im Fall Burnea

Die Werbekampagne einer unbekannten Person oder Firma mit gefälschten Testberichten und Vorher-Nachher-Fotos ohne Bezug zu Burnea ist für uns eine klare Verbrauchertäuschung. Der verkaufsfördernde Zweck steht nach gründlicher Analyse unverkennbar im Vordergrund. Seit Jahren decken wir diese Art der trügerischen Werbung immer wieder in Verbindung mit Diätpillen auf.

Rechtliche Konsequenzen lassen sich aufgrund der Nichtaufführung oder Verschleierung jeglicher Identitätsdaten nur schwer durchsetzen. Gesunde Skepsis und ein kritisches Hinterfragen scheinbarer Traumergebnisse und angeblich seriöser Tests bleiben im Internet ein absolutes Grundgesetz. Das gilt insbesondere bei der Sichtung neuer Präparate zum Abnehmen.

Informationsstand entspricht dem neunten März 2015

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