Natürliche Appetitzügler & Mittel aus der Apotheke im Vergleich

Lässt sich mit einem guten Appetitzügler ohne Diät und Verzicht wirklich erfolgreich und schnell abnehmen? Was leisten die unterschiedlichen Pillen, Kapseln und Tabletten auf dem Markt und wie schlagen sich natürliche oder pflanzliche Alternativen im Vergleich? Gesundheitsschau erläutert in diesem Spezial die besten Appetitzügler mit aktuellen Erfahrungen und warnt vor wirkungslosem Blendwerk sowie gefährlichen Abnehmprodukten aus dem Ausland.

Appetitzügler im Check

Seit Jahrzehnten stehen im Falle von Anorektika (oder Appetitzügler) der Ruf und die tatsächliche Nachfrage in einem starken Kontrast. Sowohl Stiftung Warentest, Ernährungsexperten als auch Verbraucherzentralen raten regelmäßig und eindringlich von der Verwendung der meisten Angebote ab. Dennoch verzeichnet die Branche exzellente Absatzzahlen und lockt mit immer neuen vermeintlichen Wundermitteln.

Eine Analyse zahlreicher Testberichte zeigt interessanterweise, dass nicht jeder Ansatz zum Scheitern verurteilt ist, wenn Anwender planmäßig vorgehen und zumindest mittelfristig eine Anpassung des eigenen Lebenswandels durchführen.

Nahrungsersatz zügelt den Appetit am besten

Die Methodik der Formula-Diät gilt bis heute als eine der wenigen Konzepte für einen kalkulierbaren Gewichtsverlust über einen engeren Zeitraum. Das Zusammenwirken streng kalorienreduzierter Nahrung mit appetithemmenden Portionen steht im Fokus folgender Programme:

So verlockend der schnelle Gewichtsverlust mittels Formula-Diäten am Anfang sein mag: ohne eine langfristige Umstellung der Essgewohnheiten und ausreichende Bewegung kehren sich sehr gute Erfolge schnell wieder um. Positiv zu vermerken bleibt, dass diese Produkte immerhin relativ wirkungsvoll ausfallen, was bei der Konkurrenz nur selten der Fall ist.

Ein effektives Appetitzügler-Hausmittel aus der Natur: Molkepulver

Natürliche Appetitzügler aus Molkepulver

Wer einmal natürliche Appetitzügler selbst machen möchte, findet in einem Diätdrink aus Molkepulver ein kostengünstiges Hausmittel. Ein gerines Maß an Fett, wenige Kalorien und ein Plus für die Verdauung dank des Laktose-Anteils stehen auf der Haben-Liste. Als Ersatz für eine deftige Hauptmahlzeit und zur Hungerbekämpfung mutet das fast gesund und vor allem günstig an.

Doch Vorsicht: Das geringe Maß an Nährstoffen disqualifiziert den Drink für regelmäßige Einsätze im Alltag. Ansonsten reagiert der Körper durch die resultierende Unterversorgung mit Müdigkeit, Kopfschmerzen und ähnlichen Nebenwirkungen. Aufgrund dieser Mangelerscheinungen bleiben sorgsam konzeptionierte Formula-Diäten letztlich Nahrungsersatz der ersten Wahl.

Quellmittel: Medikamente zum Abnehmen aus der Konjakwurzel

Eine steigende Verbreitung erlebten in den letzten Jahren Quellmittel auf Basis von Glucomannan. Dieser Bestandteil der Konjakwurzel dehnt sich im Magen aus und sorgt damit für ein Sättigungsgefühl. Generell lassen sich die folgenden Appetitzügler rezeptfrei in der Apotheke oder online kaufen:

Unter Vorbehalt lässt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit eine Bewerbung der Produkte im Rahmen einer kalorienreduzierten Diät als gewichtsmindernd zu. Verbraucherzentralen raten dennoch mit Verweis auf die bislang nicht ausreichenden Studiensituation, den hohen Preis und mögliche Nebenwirkungen ab.

Alternative homöopathische und natürliche Appetitzügler

Pflanzliche Hausmittel als Quellmittel

Flohsamen verfügen als pflanzliches Hausmittel aus der Natur ebenfalls über eine Quellmittel-ähnliche Wirkung. Die Schalen des gesunden Lebensmittels werden in der Regel in Pulverform angeboten und erhöhen ihr Volumen beim Verzehr mit Wasser direkt im Verdauungstrakt. Auch Chia-Samen besitzen diese Eigenschaften, allerdings in verminderter Form.

Die homöopathischen Appetitzügler-Tabletten der Marke Cefamadar setzen auf den Wirkstoff Madar D4. Eine tatsächliche Wirksamkeit dieser Mittel durch wissenschaftliche Studien steht aktuell noch aus. Die Recherche nach Erfahrungen und Testberichten zeigt völlig unterschiedliche Ergebnisse.

Generell gilt für freiverkäufliche Diätpillen weiterhin: Wer seine Ernährung nicht gleichzeitig anpasst, wird selten Erfolge erzielen. Eine vollumfängliche Empfehlung bleibt den rezeptfreien Medikamenten verwehrt.

Was leisten appetithemmende Tropfen aus der Apotheke?

Aufgrund der hohen gesundheitlichen Risiken spielen verschreibungspflichtige Appetitzügler-Tropfen im Diät-Alltag kaum noch eine nennenswerte Rolle. Als Beispiel sei hier X112 genannt, welches wegen der starken Nebenwirkungen mittlerweile nicht mehr erhältlich ist. Inhaltlich sorgt der Arzneistoff Cathin für die gewünschte Bremsung der Hungergefühle.

Weitere rezeptpflichtige Wirkstoffe:

Die meisten Substanzen werden heute nicht mehr in Therapien zum Abnehmen eingesetzt. Dr. Klaus Menges vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erklärt dazu:

Es gibt einen Gewöhnungseffekt und die Patienten nehmen trotz der Einnahme wieder zu.

Für weitere negative Presse sorgten in der Vergangenheit vor allem Pillen mit Sibutramin aus dem Internet. Trotz der Bewerbung als rein pflanzliche Appetitzügler fanden Kontrolleure hohe Dosen an synthetischen Arzneimitteln mit massivem Gefährdungspotenzial für die eigene Gesundheit.

Alvalin Tropfen auf Cathin-Basis werden aktuell noch als Alternative von manchen Ärzten bei einem Patienten-BMI über 30 verschrieben. Allerdings gilt es die lange Liste an Risiken (unter anderem Lungenhochdruck oder Abhängigkeit) nicht zu unterschätzen. Gerade bei einer längeren Behandlung drohen des Weiteren Psychosen oder Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System.

Abführmittel bescheren keinen Erfolg

Apfelessig ist kein Appetitzügler

Ein Klassiker unter den Tipps zur Bekämpfung von Heißhunger ist Apfelessig. Seine Unterstützung der Verdauung mit leicht abführendem Effekt ist nur eines der positiven Merkmale, die ihm zugeschrieben werden. Wissenschaftliche Belege lassen sich dazu jedoch kaum finden.

In einem Stern-Interview entkräftet Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung die Mythen schonungslos.

Wer glaubt, dass durch ein, zwei Teelöffel Essig, die Pfunde schmelzen, liegt falsch.

Die körpereigene Fettverbrennung bleibt trotz der Einnahme von Apfelessig wohl unberührt. Auch der Hunger zeigt sich kaum beeindruckt. Tatsächlich dürften Gründe für einen Verzicht auf Speisen eher einer leichten Übelkeit inne liegen, die höherer Essigkonsum typischerweise erbringt.

Wirksame Appetitzügler aus der Apotheke im Test

Galt bitteres Gemüse vor vielen Jahren noch als Hausmittel gegen den Hunger, müssen wir diese Idee heute revidieren. Aufgrund der Tatsache, dass die natürliche Bitterkeit aus vielen Lebensmitteln herausgezüchtet wurde, entfällt eine angenehme traditionelle Möglichkeit und pflanzliche Vorgehensweise.

Abhilfe leisten aber Kräuterbitter als relativ wirksame Appetitzügler aus der Apotheke. Die Bitterkonzentrate werden in der Regel in Tropfenform verkauft und fallen durch eine stärkere Dosierung im Vergleich zu handelsüblichen Nahrungsmitteln auf. Die Mixturen bestehen oft aus Wermut, Kümmel, Gewürznelken, Koriander, Fenchel oder Ingwer.

Die Einnahme vor einer anstehenden Mahlzeit stellt keine kulinarische Delikatesse dar, senkt allerdings das Hungergefühl merklich. Enthält der Speiseplan außerdem zu viele Kalorien, bleiben die Kilos ohne Gnade auf den Rippen.

Was bietet die Natur zur Stillung des Heißhungers?

Lange satt sein und sich trotzdem gesund und ausgewogen zu ernähren ist keine Zauberei. Mit prüfendem Blick auf die Kalorien der Lebensmittel und etwas Geschick in der Küche zaubert jeder ein hungerstillendes Gericht ohne Sünde.

Achten Sie auf eiweißreiche Produkte, wie beispielsweise Eier, Hühnchen und Pute oder Fisch. Dazu passen Salate, Gemüse und Hülsenfrüchte. Wer sich jetzt noch ausreichend Wasser gönnt, befindet sich auf einem guten Weg.

Tee: Die Allzweckwaffe für Zwischendurch

  1. Grüner Tee eignet sich als Appetitzügler, da die enthaltenen Bitterstoffe in Kombination mit der Flüssigkeit durchaus auf den Hunger Einfluss nehmen.
  2. Pfefferminztee sorgt durch den Geschmack der enthaltenen Minze für eine Minderung des Appetits (ähnlich wie Zahnpasta). Gleiches gilt für Kaugummi oder Dragees mit Minzgeschmack, wobei diese meist unerwünschten Zucker enthalten.
  3. Tee mit Ingwer ist ein kleiner Geheimtipp für den Herbst oder Winter im Kampf gegen die Gelüste. Wer damit den Griff zur Schokolade verhindert, spart am Ende des Tages bei der Kalorienbilanz.

Anwender dieser natürlichen Tipps dürfen aber realistisch betrachtet keine Wunder in Sachen Gewichtsverlust erwarten. Es handelt sich lediglich um eine kleine Unterstützung im Alltag.

Warnung vor gefährlichen Appetitzüglern aus dem Ausland

Online Appetitzügler zu bestellen ist ein Risiko

Wer online Appetitzügler bestellen möchte, stößt schnell auf zahlreiche Angebote mit fragwürdigen Werbeversprechen. Besonders Produkte und Anbieter aus den USA oder Fernost liefern sich einen absurden Wettkampf im Übertrumpfen mit Superlativen und gefälschten Erfahrungsberichten sowie erfundenen Tests.

Wir konnten diverse Betrugsfälle dieser Art rund um Tabletten mit Garcinia Cambogia, Grüner Kaffee Extrakt oder der Acai Beere beobachten. Auch das südamerikanische Hoodia versagt in der Analyse als vermeintlich starker Appetitblocker. Teilweise ist der Import sogar dank strenger Einfuhrbestimmungen illegal.

Sparen Sie in solchen Fällen das Geld lieber für den nächsten Einkauf.

Gut abgeschrieben, aber letztlich schlecht beraten

Vorsicht sollte bei vielen Tipps aus den Weiten des Internets an erster Stelle stehen. Immer mehr Lifestyle-Magazine bieten endlose (und oft ungeprüft kopierte) Listen und Bilderstrecken an Lebensmitteln, die angeblich als natürliche Appetitzügler fungieren.

Große Teile davon sollten Abnehmwillige direkt wieder vergessen, denn um wirklich Gewicht zu verlieren, bedarf es etwas mehr als gelegentlich ein paar Mandeln zu verzehren. Einige Beispiele:

Bleiben Sie skeptisch, wenn die nächste Zeitschrift wieder reißerisch natürliche Tipps und Hausmittel gegen den Heißhunger propagiert.

Königsweg Ernährungsumstellung: Die langfristig beste Methode

Eine abschließende Empfehlung bleibt gültig: Gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung stellen die erste Maßnahme für einen gewünschten Fettabbau dar. Zu Beginn spricht außerdem wenig gegen den Einsatz einer Formula-Diät für Motivationsschübe.

Meiden Sie jedoch im Idealfall auf der Suche nach einem Appetitzügler Apotheke oder Drogerie und besinnen sich lieber auf natürliche Produkte. Online-Angebote aus dem Ausland müssen kritisch hinterfragt werden und neigen oft zu hohen Gefahrenpotenzialen. Betrügerische Werbung oder gar verbotene Substanzen mit gesundheitsgefährdenden Nebenwirkungen entdecken wir mittlerweile leider monatlich.

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