Sedumoxal & Petoximol: Test zu Diätpillen als Betrug entlarvt

Ein angebliches „Apotheken Magazin“ entpuppt sich als täuschende Werbekampagne für die Diätpillen Sedumoxal und Petoximol und sorgt während unserer Recherchen Mitte Mai 2015 für pure Fassungslosigkeit. Gesundheitsschau zeigt, wie ahnungslose Kunden mit gefälschten Testberichten und Erfahrungen zum Kauf verleitet werden.

Sedumoxal Test als reine Werbemasche entblößt

Tina W. aus Berlin hat eine abenteuerliche Geschichte zu erzählen: Über zwölf Kilogramm nahm die alleinerziehende Mutter dank des Schlankheitsmittels Sedumoxal in einem Monat ab. So zumindest steht es auf einem scheinbar seriösen Apothekenportal geschrieben, dessen Autorin Nadja Peschke in einem Selbstversuch anschließend ähnliche Resultate erzielen konnte.

Die enttäuschende Wahrheit hinter dem Test

Bei genauerer Betrachtung häufen sich hingegen zahllose Widersprüche, die den gesamten Bericht als freche Werbemasche entblößen. Reporterin Nadja Peschke existiert nicht, ihr Bild zeigt nur ein hübsches Model und stammt aus einer kostenpflichtigen Datenbank. Die dazugehörigen Vorher-Nachher-Bilder gehören außerdem einer völlig anderen Frau, die privat auf einer englischsprachigen Website über ihre Ernährungsumstellung schreibt.

Reporterin des Sedumoxal und Petoximol Test nur Model

Eine weitere Variante des Artikels trägt den Namen "Gesundheit-Test" zeigt die Autorin nun mit Bild einer sympathisch lächelnden Seniorin im besten Alter. Abermals handelt es sich jedoch um Material aus fremden Quellen und lässt große Zweifel an der Seriosität aufkommen.

Auch die Abbildungen der anderen Damen stammen aus den Weiten des Webs und haben nichts mit Sedumoxal und Petoximol zu tun. Die Leserkommentare erscheinen ebenfalls wenig glaubhaft, da sie täglich neu datiert werden und das Absenden eigener Beiträge bei unseren Besuchen mangels eines entsprechenden Formulars nie möglich war. Ein „exklusive Probeangebot“, welches 30 Euro Rabatt ermöglichen soll und stets am nächsten Tag endet, existiert gar nicht und dient lediglich der Verkaufsförderung.

Wer sich nun fragt, wieso ein Magazin mit Apothekenhintergrund solche Märchen konstruiert, findet im Fuß der Seite Aufschluss. Dort wird in kleiner hellgrauer Schrift eingeräumt, dass es sich um eine Werbemaßnahme des Diätpillen-Herstellers selbst handelt.

Unseriöse Bewerbung prägt das Sedumoxal und Petoximol Angebot

Ein größeres Portal mit weiterführenden Inhalten liegt also nicht vor, wie einige Hinweise recht schnell aufzeigen:

Bei diesem erschütternden Wust an Lügen, Tricks und Erfindungen schwant uns bereits vor dem Besuch der emsig verlinkten Shops nichts Gutes und wir sollten Recht behalten.

Echte Sedumoxal Erfahrungen leider Mangelware

Sedumoxal Erfahrungen nicht echt

Die Sichtung der offiziellen Website mit ihren Sedumoxal Erfahrungen in Form von Kundenzitaten ruft Erinnerungen wach. Tatsächlich handelt es sich bei allen Aussagen um „1-zu-1“-Kopien früherer Tests zum Diätpräparat Gedumoxin, welches wir im Jahr 2014 thematisierten. Dass auch hier wieder mit Katalogbildern statt echter Kundenfotos gearbeitet wird, trägt der Glaubwürdigkeit nicht gerade bei.

Ein vielversprechendes Zitat lässt endlich auf beweiskräftige Ergebnisse hoffen:

Sedumoxal ist durch zahlreiche Studien als hochwirksam für schnelles Abnehmen eingestuft worden.

Die tatsächliche Benennung solcher handfesten Forschungsarbeiten, welche diese vollmundige Aussage nachweislich unterstützen, bleibt jedoch unerklärlicherweise aus. Eine kurze Suche in entsprechenden Fachdatenbanken zeigt zudem keinerlei Treffer zu Abhandlungen über diese Diätpille. Keine wirkliche Überraschung.

Versandkosten und fehlende SSL-Verschlüsselung

Das Versprechen eines weltweit kostenlosen Versands auf der Startseite hält der Bestellprozess übrigens leider nicht ein. Lieferkosten in Höhe von 5,99 Euro weist die Endabrechnung später dem Kunden aus. Unverschämt: Trotz gegenteiliger Bewerbung existiert zum Recherchezeitpunkt keine aktive SSL-Verschlüsselung, was die Übertragung persönlicher Daten für das Eingreifen Dritter anfällig macht.

Einen ähnlichen Fall stellt Petoximol dar

Versandkosten und fehlende SSL-Verschlüsselung

Die Website des Darmreinigers Petoximol weist ebenfalls eklatante Mängel auf. Bereits zu Beginn präsentiert der Hersteller abermals Vorher-Nachher-Bilder von Personen, die das Mittel nicht für ihre Erfolge im Kampf gegen überflüssige Kilos verwendeten. Im weiteren Verlauf der Seite berichtet dann unter anderem Kim aus München über ihre Erfahrungen:

Es war Zufall als ich vor über 5 Monaten von Petoximol erfuhr und nach anfänglicher Skepsis wurde ich mit zunehmendem Erfolg immer begeisterter. Nicht nur das ich bereits fast 15 Kg abgenommen habe.

Diese Erfolgsgeschichten zeigen dagegen einmal mehr keine echten Anwender, sondern wieder nur Fotomodels. Der Hinweis auf eine „Veranschaulichung“ gestaltet dieses Vorgehen im bisherigen Gesamtkontext auch nicht seriöser. Nur noch resignierend nehmen wir zur Kenntnis, dass auch dieser Shop einen „100% sicheren, durch SSL geschützten Einkauf“ anpreist und gleichzeitig aber nicht umsetzt.

Zeit für eine Kontaktaufnahme?

Mittlerweile drängt sich doch die Frage auf, wer das ganze Konstrukt von der Bewerbung mit erfundenen Testberichten, falschen Vorher-Nachher-Fotos und jeder Menge weiterer Unzulänglichkeiten rund um Sedumoxal und Petoximol zu verantworten hat. Anonymisierte Domaindaten mit Verweis auf das mittelamerikanische Panama liefern vorerst kaum Aufschluss.

Ein Firmenname, welcher uns allerdings im Impressum der Seiten immer wieder begegnet, lautet NTC Nutrition Development Trading Company Ltd. Keine Telefonnummer, kein Geschäftsführer und eine Adresse im fernen London, die man sich laut „CompaniesInTheUK.co.uk“ mit über 9300 anderen Unternehmen teilt. Also nur eine Briefkastenfirma?

Abschlussbemerkung zu Sedumoxal und Petoximol

Der Trick mit dem scheinbar seriösen Test im Apotheken-Magazin verleitet potenziell interessierte Kunden zu so manch überstürztem Kauf. Die sensationellen Resultate basieren jedoch auch in diesem Fall nur auf schamloser Werbung, die so nicht den Tatsachen entspricht und Verbraucher ganz klar täuscht.

Auf einen eigenen Test von Sedumoxal verzichten wir dankend, denn die Liste der eklatanten Mängel ist einfach viel zu lang. Wenn Hersteller zu solch fragwürdigen Mitteln greifen, um ihre Produkte möglichst effektiv zu verkaufen, gilt höchste Skepsis. Da Petoximol durch den gleichen Anbieter verkauft wird und ähnliche Probleme aufweist, bleibt es letztlich bei einer scharfen Kritik sowie Warnung an alle Leser.

Informationsstand entspricht dem achtzehnten Mai 2015

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